Die Geschwister Ekaterina und Alexander Kolodochka verzauberten am Sonntagabend im Schloss Hoyerswerda das Publikum. Hans-Joachim Donath Erstklassige. Musiker haben nicht nur Talent, sondern in den allermeisten Fällen auch eine langjährige musikalische Ausbildung genossen. So ist das auch bei Ekaterina und Alexander Kolodochka. Die zierliche 1980 in Moskau geborene Pianistin und ihr vier Jahre jüngerer Bruder begannen im Alter von 6 Jahren mit dem Klavierunterricht an der Staatlichen Chopin-Musikschule der damals noch sowjetischen Hauptstadt, Das am Staatlichen Gnessin College in Moskau mit „Auszeichnung” erworbene Musikdiplom wurde später mit der Ausbildung an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz fortgesetzt und mit der Bestnote 1,0 (Master of Music) abge­schlossen. Seit 2001 leben die Ge­schwister in Deutschland. Im Jahr 2006 debütierten sie in der Philharmonie Essen am Klavier zu vier Händen, einer Spielweise, die nach präziser Übereinstimmung verlangt und erst nach jahrelangem gemeinsamem Spiel zu der erforderlichen Perfektion führt. In der Kürze der Zeit sind sie bereits zu Meistern ihres Fachs gereift und können eine Reihe internationaler Erfolge verzeichnen. Altbekanntes ganz neu Alle Stücke im Programm waren dem geübten Konzertpublikum be­kamt. die Interpretationen des Ge­schwisterpaares versetzten die Zuhörer jedoch immer wieder in Begeisterung. Nach der Moldau aus der sinfonischen Dichtung „Mein Vaterland” von Bedfich Smetana waren es die „Slawischen Tänze” von Antonin Dvorak Das Standardwerk der vierhändigen Klavierliteratur wurde erst später für Orchester arrangiert. Die zwanzig Finger rasten über die Tasten, schnelle Läufe verkörperten eine expressive Leichtigkeit. Voll konzentriert erwuchs das Spiel auf dem Förster-Flügel förmlich aus den schwingenden, ja tanzenden Körpern. Die Spielfreude der jungen Musiker strahlte in den voll besetzten Konzertsaal und krönte das erste sonnige Wochenende des Jahres. Mit Sergei Rachmaninoffs Komposition „Drei Stücke aus op.11″ präsentierten die Geschwister Kolodochka das wohl schwierigste Werk des Abends. Ständige Tempowechsel erforderten die volle Konzentration, kraftvoll stürmische Anschläge wechselten zu einem sanften Rauschen im Saal. Eben diese Klangvielfalt fand sich auch in der folgenden Ungarischen Rhapso­die Nr. 2 von Franz Liszt, als das Kla­vier den Raum wie ein Orchestrion ausfüllte. Wurde aus dem Flügel im Schlosssaal jemals so viel herausgeholt? Stürmischer Applaus Mit der abschließenden “Rhapsody in blue” von George Gershwin nahmen die Pianisten nach der Klassik noch eine Anleihe beim Jazz. Einmal mehr ein Beweis für die künstlerische Vielfalt der jungen Interpreten. Der stürmische Applaus ei­nes begeisterten Publikums im ausverkauften Saal wollte kein Ende nehmen, Erst nach zwei Zugaben aus den Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms fand ein zauber­hafter Konzertabend sein Finale.