Alexander und Ekaterina Kolodochka begleiteten den Film „Metropolis“ am Klavier

Von Alexander Florie

Zwei Klaviere, eine Leinwand, ein erwartungsfrohes, volles Haus – besser hätten die Voraussetzungen zum Auftakt der klassischen Konzerte der „Musikalischen Gesellschaft“ in der Rheinberger Stadthalle nicht sein können.

„Viele sagen, es ist ein gutes, vielfältiges Programm in diesem Jahr“, herrschte bei der Vorsitzenden der Gesellschaft, Lore Rabe, angesichts des besonderen Programmstarts gespannte Vorfreude. „Es ist schön, dass sie uns das angeboten haben, und dann noch zu ihrem Start der Deutschland-Tournee.“

Ein besonderes Wagnis

Die beiden russischstämmigen Pianisten Ekaterina und Alexander Kolodochka, die bereits 2009 in der Stadthalle aufgespielt hatten, wollten sich an diesem Abend an etwas ganz Besonderes heranwagen: der Klavierbegleitung des Stummfilmklassikers „Metropolis“ aus dem Jahr 1927, ein Werk von immerhin zweieinhalb Stunden Länge.

„Da braucht man als Musiker eine völlig andere Kondition, und man muss viel proben“, unterstrich Alexander Kolodochka die Besonderheit der Herausforderung nach dem Konzert.

„Da muss man von seinen Sinnen ausgehen und versuchen, die Stimmungen einzufangen.

Das ist wie eine Oper – jede Person hat sein Leitmotiv, seinen Charakter“, ergänzte seine Partnerin Ekaterina, worin die besondere Herausforderung einer solchen Klavierarbeit liegt. „Wir hatten erfahren, dass es seit zwei Jahren eine Bearbeitung für zwei Klaviere von der Originalmusik zu dem Film gibt“.
Zur Musik flimmerten die bewegten Bilder des Monumentalwerks, von dem 2008 eine Filmfassung mit verloren geglaubten Szenen gefunden wurde und das eine futuristische Zweiklassengesellschaft zeigt, über die Leinwand.

Das Duo verstand es, mit seinem dichten Spiel Spannung, Dramatik und Tempo der Ereignisse musikalisch zu treffen – wie bei dem Fluchtversuch des Paares mit den Arbeiterkindern oder den Verfolgungsjagden, die beide mit peitschenden Glissandi und dahinfließenden Sentenzen untermalten.

Und auch wenn das Publikum von der ungewohnten Bildsprache und der Art des Themas herausgefordert war, zeigten sich alle fasziniert von der Symbiose, die Film und Musik an diesem Abend eingingen.