Im Konzert des Gaußiger Freundeskreises Musik begeisterten vier Hände am Klavier die Zuhörer im Sorbischen Museum.

von Christa Vogel

Drei Zugaben der jungen „Master of Music“ und Jubelovationen der Besucher im ausgebuchten Sorbischen Museum beendeten am Montag einen erlesenen Musikabend. Im 389. Konzert des Freundeskreises Musik Gaußig gastierten die Geschwister Ekaterina und Alexander Kolodochka mit Klavier zu vier Händen von Schubert bis Gershwin. Romantik blühte und sang selbst im „Karneval der Tiere“. Das hochbegabte Duo hatte viele Glanzlichter musikalischer Delikatesse mit seinem Charme zu einen überwältigend emotionalen Erlebnis ausgerichtet. Dieses strahlte und schüttete scheinbar mühelos schönste Musikträume in den gepflegten Festsaal.

Schuberts Fantasie f-Moll begann den Flügelrausch mit Perlenglanz, der wirbelte und säuselte, zärtlich floss und mit Akkordballungen und Brechungen trumpfte, im Tempo bis zu Taktwechsel vorantrieb, Stille sein wollte und doch blühend endete.

“Bilder aus dem Osten” von Robert Schuhmann erklangen in einer Auswahl. Alexander Kolodochka fand sympathische Hinführungen zu den Stücken, die ganze Stimmungswellen unterschiedlicher Ausdrucksvarianten auslösten. Bewegtes heiteres Spiel wuchs zu wild ausufernder Klangwelt. Lyrisch Liedhaftes tat der Seele gut. Melancholie hauchte Glockenklang und trieb das persönliche Erlebnis an.

Lange währender Applaus führte zu Bearbeitungen der Brahmsschen Ungarischen Tänze. Sie brillierten ebenfalls den Abend, Rhythmik glänzte und feierte sich. Glitzerfunken rasten vierhändig aus dem Flügel, trauerten oder tanzten spritzig in den Saal. Feinstes künstlerisches Zusammenspiel verdichtete sich zu großartigem Gestalten.

Da waren Zauberer am Flügel. Weitere Orchesterstücke überzeugten in tollen Bearbeitungen. Unbeschreiblich furios und virtuos gelang die Cuban Overture von George Gershwin. Starke synkopierte Rhythmik trieb voran, schuf mitreißende Lebensfreude. Südamerikanisches Musikfeuer sprühte jazzige Funken. Händepaare tanzten über die Tasten. Kreuzten sich. Suchten Versunkenheit, warfen Rhythmik zu den faszinierten Gästen. Da wurde das Künstlerduo selbst zu Wirbel und Klangekstase, vereinnahmte den Flügel mit allen Sinnen. Spiel der Hände wurde Kunstwerk. Immer wieder wechselten sie ihre Stellung.

So auch im Finalwerk, dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens: Auch hier wusste Alexander Kolodochka zu ergänzen, dass der Komponist die Gesellschaft aufs Korn nehmen wollte. So zogen sie alle Ausdrucksvarianten, ob im donnernden Marsch, im flirrenden Flug, melodisch lyrischen Schmelz, im schmerzhaften Zischen, Stolzieren oder Trampeln bis hin zum versteckten Kuckucksruf. Feierten Gestaltungshochzeit, die die Tierwelt vom Löwen bis zum Schwan tanzen ließ. Da kannten Ovationen und triumphaler Applaus keine Grenzen.

Es gab wunderschöne Blumen für die jungen Meister.