Alexander & Ekaterina Kolodochka: piano duo 2

Piano News, Rezension von Christiane Bayer (24.06.2007)
Ars Produktion 38 466 (1 CD)

Ein vielversprechendes Duo

Das Geschwisterpaar Ekaterina und Alexander Kolodochka machten früh als hoffnungsvolle Pianisten von sich hören.

In ihrer Heimatstadt Moskau traten sie schon in jungen Jahren öffentlich auf und schlossen ihr Klavierdiplom an der staatlichen Gnessin Hochschule mit Auszeichnung ab. Danach wechselten beide nach Freiburg, um bei Prof. M. Leuschner weiterzustudieren. Alexander schloss sehr schnell zu seiner vier Jahre älteren Schwester auf und wechselte ein Jahr vor ihr zu Prof. Irina Edelstein an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. 2004 gewann er den 1. Preis beim DAAD Wettbewerb sowie den Publikumspreis der internationalen Musiktage Koblenz.

Ihre bei Ars Produktion erschienene CD ist schon die zweite, auf der sich die beiden sowohl solistisch als auch im Duo mit den Schlachtrössern der Klavierliteratur präsentieren. Den Anfang mach Alexander Kolodochka mit drei Préludes von Sergej Rachmaninow, die er kraftvoll und leidenschaftlich vorträgt. Sein Anschlag ist durchweg kontrolliert und doch von einer beeindruckenden Emotionalität. Dagegen zeigt sich Ekaterina Kolodochka als hochsensible, zarte Pianistin, die besonders in den leisen Passagen zu überzeugen weiß. Ihre Interpretation von Franz Liszts ‘Après une lecture de Dante’ bleibt bei aller aufschäumender Dramatik eine intime Studie, deren persönlicher Tonfall bewegt. In einer Bearbeitung von Mozarts Figaro-Ouvertüre und der Klaviersonate von Francis Poulenc brillieren sie dann gemeinsam vierhändig auf einem Flügel. Zwar könnte die markante Eingangsfigur zu Mozarts furiosem Orchestervorspiel rhythmisch noch etwas pointierter und genauer gespielt sein, doch ergänzen sich die beiden jungen Russen ansonsten perfekt. Die plakativere aber auch sehr gewitzte Klaviersonate von Poulenc kommt den Interpreten da schon mehr gelegen und man spürt förmlich ihren Elan und ihre Begeisterung für die Musik. Noch schwungvoller ist ihre Deutung des ‚Scaramouche’ von Darius Milhaud.

Auf zwei Instrumenten können sie die Kolodochkas prächtig entfalten und dabei ihren intensiven musikalischen Dialog fortspinnen.

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